Weltdrogentag: Cannabisprojekte für Jugendliche mit problematischem Konsum werden ausgebaut
Weltdrogentag
Die Zahl der jungen Menschen zwischen 12 und 19 Jahren, die Cannabis probieren, ist stark zurückgegangen, die der regelmäßigen Cannabiskonsumenten nur leicht. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die anlässlich des morgigen Internationalen Tages gegen Drogenmissbrauch und Drogenhandel erschienen ist. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, ist mit dieser Entwicklung zufrieden: „Die Jugendlichen wissen, welches Risiko sie beim Konsum von Cannabis eingehen. Deshalb entscheiden sich wieder mehr Jugendliche, erst gar nicht mit dem Konsum zu beginnen und verzichten auf Cannabis sowie andere illegale Drogen. Das ist eine erfreuliche Entwicklung. Sie passt zu dem Motto des Internationalen Anti-Drogentags, das die jungen Menschen auffordert, sich in ihrem Leben nicht von Drogen kontrollieren zu lassen."
Sabine Bätzing: „Trotz der positiven Entwicklung müssen wir weiter handeln. Denn die Anzahl der Cannabiskonsumenten mit problematischem Konsum ist mit über 2 % nach wie vor viel zu hoch. Das Bundesministerium für Gesundheit fördert seit 2000 verschiedene Beratungs- und Behandlungsprogramme für problematisch Cannabiskonsumierende und setzt dies verstärkt fort." Geplant sind Modellprogramme zur Vernetzung der in der Praxis beteiligten Institutionen wie Suchthilfe, Jugendhilfe, Psychiatrie und Medizin, zur speziellen Rückfallprävention, zur Fortbildung für eine gründliche Diagnostik und die Einbindung der Eltern in familienorientierte Angebote.
Bewährte Programme sind:
FreD – Frühintervention für Drogenkonsumenten, die zum ersten Mal mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind Realize it! – eine Kombination von Tagebuch und Beratungen, in denen der eigene Cannabiskonsum eingeschätzt und reduziert werden kann (Zweiländerprojekt in Deutschland und in der Schweiz) INCANT – ein Projekt für cannabisabhängige Jugendliche mit großen Problemen und deren Familien (wird in fünf europäischen Ländern vergleichend durchgeführt) CANDIS – eine individuelle ausstiegsorientierte Therapie Quit the shit – das internetgestützte Ausstiegs- und Informationsangebot der BZgA.
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